BONN BOCHUM WORLD | Facing the soul of the city

Sunday special: 2 x BLOG AWARD

bildschirmfoto-2014-04-02-um-00-00-44Lichtbildwerkerin ehrte uns mit einem Blog Award, den wir gerne annahmen und uns freuen, dass das Projekt Pabuca so viel Spaß macht. Auch wir beantworten gerne die Fragen und geben den Award natürlich an alle Teilnehmer von PABUCA weiter, sofern sie nicht schon diesen Award erhalten haben. Fühlt euch frei, ob ihr das Stöckchen aufnehmt oder nicht. Ihr seid uns die liebsten Blogs!

1) Warum hast du dich für das Medium entschieden, mit dem du künstlerisch tätig bist?

Christian: Habe ich gar nicht. Bis 2011 schrieb ich Geschichten, davor machte ich Musik (Gitarre). Ich fotografiere erst seit 2011 wieder intensiv, weil ich differenzierter und intensiver sehen lerne  – und dadurch auch denke und fühle. Da ich aus zeitlichen Gründen die anderen Aktivitäten schlummern lassen muss, kann es sein, dass ich irgendwann wieder wechsle.

Markus: Ganz einfach: Da ich zwei linke Hände mit ausschliesslich Daumen dran habe, habe ich (erst sehr spät) die Fotografie als Medium entdeckt mit dem ich mich am Besten ausdrücken kann.

2) Woher nimmst du deine Inspiration?

Christian: Es gibt keine speziellen Vorbilder oder Künstler, denen ich folge. Ich schnappe Ideen auf. Ein Plakat hier, eine Ausstellung da, ein interessanter Flickr Künstler oder ein zufälliges TV-Standbild. Es gibt intensiv bebilderte Filme, wo ich mich frage, wie die wohl als Foto aussähen (z.B. Tree of life). Ansonsten suche ich die Inspiration aktiv, indem ich faktisch überall eine Kamera dabei habe.

Markus:  Schon ganz früh haben mich Fotos auf Schallplattenalben oder rund um den Rock’n Roll diverser Künstler (Anton Corbijn, Annie Leibovitz..) inspiriert. Später kamen dann die Einflüsse der Street-Fotografie hinzu (Henri Cartier-Bresson, Vivian Meyer). Na klar, und natürlich der unerschöpfliche Fundus auf Foto-Blogs.

3) Gibt es Menschen, die dich unterstützen?

Christian: Meine Familie, indem sie mir den Rücken frei hält. Markus durch das gemeinsame Ziel, vor allem in Projekten. Sonst bin ich eher eigenbrötlerisch unterwegs, auch was Equipment und Motivwahl angeht.

Markus:  Meine Frau, die mir Freiraum und liebevolles Lob entgegenbringt. Christian, durch viele kreative Diskussionen und Anregungen.

4) Was kostet dich deine “Kunst” (also die Medien dafür) im Schnitt monatlich?

Christian: Unterschiedlich. Die Hauptinvestitionen für Hardware und Software sind getan. Analog fotografiere ich nicht, an speziellen Touren oder Seminaren nehme ich bisher nicht teil. Da PABUCA oder FOKUSBONN online läuft ohne eigenes Hosting, fallen keine Kosten an. Ausstellungen allerdings (z.B. in Russland oder zur Hardtberger Kulturnacht) haben schon beträchtliche Kosten für Druck, Rahmen, Passepartout und PR.

Markus:  Ppfff.. …jetzt mal das vorhandene Equipment als gegeben hingenommen: Eigentlich nur Spritgeld um an Orte zu kommen, die ich sonst nicht erreichen würde.

5) Welches Medium würdest du gern ausprobieren, traust dich aber nicht und warum?

Christian: Medium vielleicht nicht, aber ich würde Photoshop für die Kreation von Kunstwelten gerne angehen. Aber das Programm ist so komplex, dass ich erstmal einen großen Berg vor mir sehe den ich erklimmen muss, bevor ich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis wäre. Also lasse ich erstmal die Finger davon, weil ich es nicht mag überproportional viel Zeit für 70% Ergebnis einzusetzen.

Markus:  Jetzt mal jenseits der analogen Fotografie, die natürlich sehr reizvoll wäre. – Literatur. …habe aber das Problem, dass mich selbst geschriebene Texte auf merkwürdige Weise erschöpfen, da sie immer noch lange in meinem Kopf herum-echo-en… …ein Foto ist fertig und ich freue mich.

6) Was würdest du tun, wenn du plötzlich deine Kunst nicht mehr umsetzen könntest, weil du körperlich dazu nicht mehr in der Lage wärest (Lähmung, Erblindung….)?

Christian: Neben dem schlimmen Gedanken, dass ich mit der Beeinträchtigung auch viele andere Dinge außerhalb der Kunst nicht mehr angehen könnte, würde ich auf Geschichten schreiben und /oder Musik ausweichen (müssen). Wenn alles nicht ginge, dann wäre ich ja faktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Jenseits jeder Vorstellungskraft.

Markus:  Ich würde mir was anderes suchen. – Eine sehr gute Freundin ist genau in der Situation gefangen. Fotografie ist die einzige Kunst die sie noch ausüben kann.

7) Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Christian: Klassisches Büro mit Schreibtisch, Laptop, Telefon. Zu Hause mit einem Berg von unerledigtem Kram auf der Seite, also wirklich ziemlich weit auf der Seite.

Markus:  Saustall! Ich warte jeden Tag drauf, dass es bimmelt und die Messi-Polizei vor der Tür steht. Ich glaube die Arbeitsplatte ist schwarz, bin mir aber nicht mehr sicher. Jedenfalls guckt der Globus noch raus.

8) Warum bloggst du?

Christian: Raus damit! Kreativ sein im stillen Kämmerlein bringt es irgendwann nicht. Es versickert. Kein Austausch, keine Auseinandersetzung, kein Feedback. Außerdem werden für mich Dinge konkreter, wenn ich sie schreibe oder eine Auswahl treffen muss. Das war ab 2008 mit meinen Geschichten so, das trifft jetzt mit der Fotografie zu. Ich lerne interessante Menschen kennen, ich werde qualitativ gefordert. Außerdem hoffe ich, dass sich daraus wieder irgendetwas Neues ergibt.

Markus:  Um zu teilen.

9) Welches Zitat oder Motto beschreibt dein Leben derzeit am treffendsten?

Christian:  “Läuft…” (Bernd Stromberg) und “Alta, chill mal!” (mein Sohn)

Markus:  “With my own to hands” (Ben Harper) – Das hat nichts mit Stolz oder Zielstrebigkeit zu tun. Es ist ehe aus der Not geboren um Probleme lösen zu können oder geplatzte Träume durch neue zu ersetzten. Ich glaube nicht an Schicksal. Es ist mehr eine Bestimmung an die ich glaube.

10) Zu welchen Themen würdest du gerne mehr Blogs sehen und welche Themen hast du schon völlig über?

Christian: Da ich mich zur Zeit fast ausschließlich fotografische Blogs durchstöbere, kann ich das nur für Fotos sagen: Ich vermisse manchmal mehr Authentizität in Bildern, weg von den x-beliebigen App- und Softwarefiltern und -effekten, die nur pseudo-individuell wirken und in Wirklichkeit nur Schminkschicht für mich sind. Für mich transportieren sie auch keine Gefühle, sondern gaukeln diese nur vor für den schnellen Flash, vielleicht analog wie Seifenopern im TV.

Markus:  Ich bin zwar erst seit drei Monaten dabei, aber im Moment bin ich mit Themen-Blogs ganz gut versorgt. Verzichten kann ich auf Hund-mit-Sonnenbrillen-Blogs und 27-Fotos-pro-Tag-raushau-Blogs.

11) Könntest du dir eine Welt ohne Internet vorstellen und würdest du in einer solchen leben wollen

Christian: Hab ich ja schon jahrelang. War alles wunderbar. Der Schritt zurück ist natürlich schwieriger, aber machbar. Problematisch wäre es, wenn nur ich diesen Zugang nicht hätte. Dann würde ich mich informativ und sozial etwas abgehängt fühlen.

Markus:  Ja, habe ich jahrelang genauso glücklich drin gelebt.  ….ABER…die Geister die man rief sind schon sehr, sehr verführerisch mit all ihren Vorteilen aber auch Geisseln. Meine ‘Fotografenkarriere’ wäre dann schon arg eingeschränkt und ich würde diese Fragen hier jetzt nicht beantworten können. Was ich euch noch unbedingt mitteilen muss, denn es wird euch weit nach vorn bringen, ist

*************

Auch Cynthia hat uns einen Award zukommen lassen. Ein Danke nach Niedernhausen!

Aber mit ganz anderen Fragen, etwas entfernter von Pabuca, die wir aber natürlich auch nicht unbeantwortet lassen wollen. Ihr werdet uns schon noch kennenlernen 😉 :

1. Wann hast Du zum letzten Mal etwas Neues gemacht und was war es?

Markus: Habe gerade GmbH gegründet. Spannend, echt.

Christian: PABUCA, davor Fotoausstellung. Kleinkram mal außen vor gelassen.

2. Wann hast Du zum letzten Mal etwas Verrücktes gemacht? Wenn Du magst, erzähle, was es war.

Markus: Letzten Sommer mit einem ausrangierten russischem Helikopter (bin natürlich nicht selbst geflogen) auf Kamschatka auf einem aktiven Vulkan gelandet.

Christian: Verrückt heißt ja irgendwie unvernünftig, aber geil, weil  ungewöhnlich. In der Kombination in letzter Zeit nichts, was der Rede wert ist. Mit Markus bis 5 Uhr durchmachen und um 7  Uhr raus müssen, ist ja eher die Regel, wenn wir uns treffen…

3. Wie war das für Dich? (Wähle Neues ODER Verrücktes … oder beantworte beides, wenn Du Lust dazu hast.)

Markus: Verrücktes: Ja wie war das wohl? Aufregend natürlich. Habe mich sehr frisch und lebendig gefühlt.

Christian: Wann? Um fünf oder um sieben?

4. Welchen Moment würdest Du am liebsten aus Deinem Leben herausschneiden?

Markus: Selbst die aller schlimmsten, aller grausamsten Momente haben mich dahin geführt wo ich jetzt stehe. Ich möchte sie auf keinen Fall noch mal erleben! Aber herausschneiden will ich sie nicht, da ich trotz einiger bleibenden Schäden daran gewachsen bin.

Christian: Kann ich 1:1 unterschreiben, was Markus sagt.

5. Gibt es ein Thema, zu dem Du gerne (irgendwann, ganz in ferner Zukunft 😉 ) einen Blog starten würdest?

Markus: Meinen eigenen Blog (also den Markus Blog) starten. Fotos, Musik, Literatur posten. Super Idee, ne?

Christian: Wieder meinen alten Geschichten-Blog  “Donkys Welt” (Kindergeschichten für Erwachsene) aufleben lassen. Bin etwas wehmütig, die “Bande” zurückzulassen. Aber die Zeit…

6. Stell Dir vor, Du könntest einen Tag lang im Körper eines Menschen anderen Geschlechts leben… was würdest Du dann tun?

Markus: Liebe machen, um herauszufinden wie es sich anfühlt.

Christian: Überlegen, was ich anziehe…

7. Was hast Du Dir schon tausendmal vorgenommen aber noch nie gemacht?

Markus: Denn Jacobsweg laufen.

Christian: Ein Buch schreiben.

8. Wann willst Du es tun?

Markus: …jahaa, ich weiss

Christian: Das Buch kommt zu mir, wenn es bereit ist. Druck bringt hier nichts.

9. Was ist Dein Lieblingsessen?

Markus: ..ohh, da gibt es einiges. Heute würde ich sagen: Tagliatelle mit Schinken, Olivenöl, Knoblauch und Trüffel mit trockenen Weißwein (den Wein bitte in einem ganz schlichten Senfkristallglas)

Christian: Rumpsteak mit Pfifferlingen. Auch darum, weil ich es mir selten gönne.

10. Was bringt Dich zum Weinen?

Markus: Eine von Herzen kommende Güte, bewegende Filme, Ungerechtigkeit und enttäuschendes zwischenmenschliches Verhalten.

Christian: Ungerechtigkeit, Glück, totale Erschöpfung, Leid mir Nahestehender

11. Was zum Lachen?

Markus: ..ja gerne !!! Immer her damit.

Christian: Markus

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9 responses

  1. hunde-mit-sonnenbrillen-blogs 😀 braucht die welt nicht, richtig! 😀

    May 18, 2014 at 12:27

  2. Like

    May 18, 2014 at 12:29

  3. blauerfuchs

    Ich gratuliere euch ! super antworten 🙂 sg

    May 18, 2014 at 17:28

    • Dank dir. 😀 LG aus Kuba

      May 18, 2014 at 17:50

      • blauerfuchs

        kuba ? echt?

        May 18, 2014 at 17:56

        • Jau!!! … Is suuuper hier. 😀

          May 18, 2014 at 18:16

        • blauerfuchs

          ich warte auf fotos!!!! du glückspilz! viel spass

          May 18, 2014 at 18:21

  4. @ Christian

    was ich noch immer sagen wollte. Finde die Antworten so Klasse !!

    Cynthia award Frage 3): “Um fünf oder um sieben?” 😀 😀 😀 ..wie geil !

    Aber ich muss dich auch belehren. Cynthia award Frage 8): Christian: “Das Buch kommt zu mir, wenn es bereit ist. Druck bringt hier nichts.” …nenene, wie ich und Herr Gutenberg es sehe, ist DRUCK bei einem Buch extrem wichtig. Ja. Denk mal drüber nach. 😉

    Markus und Herr Gutenberg

    June 7, 2014 at 15:29

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